Von der Hochschule ins ARD-Auslandsstudio in Tel Aviv
Ehemaliger MU-Student Veit Schmelter im Gespräch
Ja, das BA-Studium an unserer Hochschule hat sich gelohnt! Das war eine Quintessenz des erfolgreichen Journalisten, die er seinen jüngeren Kommiliton:innen am Ende der Veranstaltungen mit auf den Weg gab.
„Was ich bis zum Abschluss gelernt habe, vor allem die journalistischen Projekte, Erfahrungen und Skills, die Arbeitsproben, die ich im Studium gesammelt habe – all das hat mir geholfen, journalistische Stellen zu bekommen.“
Sein journalistischer Werdegang führte ihn nach dem Bachelor und Master an der HMKW zur FAZ nach Frankfurt, zum Volontariat bei ntv und RTL, dabei in die RTL-Journalistenschule und danach zum Bayrischen Rundfunk. Und von dort ins ARD-Studio Tel Aviv.
„Meine krasseste Schalte überhaupt“
So nannte er ein „Tagesschau“-Live-Interview, das nur sechs Stunden nach Beginn des Krieges zwischen Iran, USA und Israel aus einer Tiefgarage in Tel Aviv live gesendet wurde.
Er selbst hatte noch den Schock in den Knochen, nachts von Sirenen geweckt worden zu sein und irgendwie mit seiner Notfalltasche in den gut gesicherten Tiefbunker kommen zu müssen. „Ach du Schande, jetzt ist es passiert“, dachte er. Und so gut die vorbereitenden Schulungen des Bayrischen Rundfunk auch waren, in der Realität war dann doch alles anders. Da wegen des Alarms keine Taxis oder Uber mehr fuhren, machte er sich dem E-Roller auf den Weg von seinem Hotel in den Bunker. „Da hatte ich schon Angst, vor allem, weil ich mich noch zwei Mal in geschützten Gebäuden unterstellen musste.“
Aber wenn es dann erstmal an die Arbeit geht, liegt die Konzentration auf dem gelernten Handwerk. Seine Ausbildung und seine journalistische Erfahrung halfen ihm, sich auf die Inhalte der Schalte zu konzentrieren, trotz vieler Störungen: klatschende und singende Betende im Hintergrund, fußballspielende Kinder und einen Hund, der jeden Moment drohte, an die Kamera zu pinkeln. Von den beiden letzten Herausforderungen erfuhren nur die zugeschalteten Studis der MU, die betende Gruppe ist in „Tagesschau“-Live-Schalte zu sehen.
https://www.tagesschau.de/video/video-1560196.html
„Aber wir Journalisten müssen da sein. Wir sind die Verbindung zwischen dem, was in Israel passiert und der deutschen Öffentlichkeit.“, so Veit Schmelter.
Der Laura-Dahlmeier-Nachruf
Doch sein Journalistenleben besteht [VS1.1]natürlich nicht nur aus Krieg und Krisen im Ausland. Als zweites Filmbeispiel präsentierte Veit Schmelter einen Nachruf auf die Biathletin Laura Dahlmeier, die in Pakistan beim Bergsteigen von einem Steinschlag getroffen wurde und abstürzte. Er habe die Sportlerin kaum gekannt und von Biathlon keine Ahnung, bis er den Auftrag bekam, in drei Stunden diesen Beitrag für die „Tagesthemen“ zu produzieren. Wie kann so etwas funktionieren? Der Journalist beantwortete ausführlich alle Fragen der MU-Studierenden, sprach über Rechteklärung für Archivmaterial und konzentriertes Arbeiten unter Zeitdruck. Deren Fazit: „Man merkte gar nicht, dass du zuerst nicht viel Ahnung hattest.“
Zum Abschluss folgte natürlich auch die momentan fast obligatorische Frage nach der Bedeutung von KI für den Journalismus. Deren Einsatz werde fast täglich diskutiert, berichtete Veit Schmelter. Der immense Spardruck, unter dem der unabhängige öffentlich-rechtliche Rundfunk stehe, spiele eine Rolle. Aber er schloss mit einem ermunternden Zitat eines seiner Chefs beim BR. Der sage immer: „Die Reporter-Intelligenz schlägt die künstliche Intelligenz.“ Menschen vertrauten eben lieber Menschen – und das werde sich in Zukunft sicher noch verschärfen.







